Igel in Not – was tun ?

Igel finden sich immer häufiger in Not.

 

Super-sauber aufgeräumte Gärten ohne Laub,  ohne Gebüsch, ohne Fallobst und ohne stille Ecken, lange Trockenphasen in den Sommern, enge Zäune ohne Durchschlupf, nachts mähende Rasenmäher-Roboter und ein immer höheres Verkehrsaufkommen auch in Wohnstraßen setzen dem Igel sehr zu. Der an sich robuste, und so vertraute Mitbewohner wird seltener, und häufig immer kränker.

Der Igel ist ein überwiegender Fleischfresser. Seine ursprüngliche, und gesündeste Nahrung sind Regenwürmer und Insekten. Wo aber alles aufgeräumt ist, kein Laub mehr herumliegt, kein schattiges Gesträuch mehr Würmern und Insekten Schutz und Lebensraum bietet, da finden auch unsere Igel nichts mehr zu essen. Sie sind hungrig –

und fressen daher zu viele Schnecken, den schlimmsten Parasitenüberträger. Daher leiden Igel immer schwerer an Lungenwürmern verschiedener Art, Spulwürmern, Fadenwürmern, Darmsaugwürmern, Haarwürmern, Coccidien und anderen Darmparasiten. Das zerstört das Immunsystem, bringt Leber und Niere zum Erliegen, und führt zusätzlich zu Hautpilz und Milbenbefall.

Der Igel wird mager, schwach, verliert Stacheln und geht schließlich langsam und elend zugrunde.

Die abgebildete Igeldame ist im Januar 2020 matt und kraftlos gefunden worden. Übermäßiger Wurmbefall hatte Leber- und Nierenfunktion zerstört. Unterkühlt und schwach, war sie trotz vorsichtiger und sachkundiger Versuche, ihr Leben zu erhalten, nicht mehr zu retten.

Ein vermeidbarerer Tod.

 

Was können wir tun ?

 

Das erste, und einfachste, und notwendigste:

Füttern.

Unsere Igel finden nicht mehr genügend zu essen.  Sie hungern, und fressen dann den Todbringer Schnecke. Nicht nur Singvögel und Bienen hungern  – inzwischen auch Igel. Helfen wir ihnen. Es ist so einfach –

das Aufstellen eines Igelfutterhäuschens in Ihrem Garten kann viel Hunger und Krankheit verhindern, und unsere Igel erhalten helfen.

Ein fachgerechtes Igelfutterhaus ist katzen- und rattensicher. Es verhindert, daß Ratten angelockt werden oder das Igelfutter von Katzen schon verspeist wird, bevor der Igel am späten Abend aufwacht. Es muß eine Schwingklappe als Eingang besitzen und immer mit dem Eingang parallel zu einer Wand aufgestellt sein, mit etwa 15 cm Abstand zur Wand.

Der Igel läuft bevorzugt an Wänden entlang, selten über die offene Fläche. Er findet den Eingang sicher; für Katzen ist es zu unbequem, sich über Eck in den Eingang zu biegen, und Ratten scheuen die Schwingklappe.

Füttern Sie Katzen-Trockenfutter von April bis November. Sie zerstören damit -nicht!- die natürliche Nahrungsaufnahme des Igels. Er nimmt es nur als Notversorgung. Sobald warme Regennächte genügend Regenwürmer hervorbringen, oder reifes Fallobst frische, süße Nahrung bietet, läßt er das langweilige Katzen-Trockenfutter sofort stehen. Es ist eine Art vollwertiges Knäckebrot für den Igel. Wenn er nichts besseres findet, nimmt er es dankbar und kann davon gesund leben.

Igelfutterhäuschen sind bei uns zum Selbstkostenpreis von EUR 35.- erhältlich.

Füttern Sie NICHT oder nur in geringer Menge das sogenannte Igelfutter aus Baumärkten, Tierfutterhandlungen  oder Supermärkten. Es besteht weitgehend aus Getreide und schwerverdaulichen Fetten; beide liefern dem Igel wenig Energie und sind nicht artgerecht. Katzenfutter ist die einfache und beste Lösung für den Fleischfresser Igel. Katzen-Trockenfutter hat zudem den Vorteil, daß es auch im Sommer nicht schon über Nacht schlecht wird und Fliegen anlockt.

 

Das Zweite, auch nicht schwierig:

Bieten Sie Unterschlupf.

 

Wo wohnt ein Igel ? Er wohnt nicht in einem sterilen Igelhäuschen, das irgendwo einsam und isoliert unter einem Strauch oder auf dem Rasen steht. Igel suchen den Schutz von Gebäuden, die Nähe zu Gesträuch, stille Ecken mit Kruscht und Zeug, das nicht ständig gebraucht wird. Besitzen Sie einen Gartenschuppen? Einen Carport ? Eine nicht übermäßig aufgeräumte Garage? Eine stille Ecke auf der Terrasse?

Eine ganze oder halbierte Euro-Palette, unter Gartengeräte oder andere Gegenstände geschoben,  mit Heu oder trockenem Laub locker ausgestopft, bietet den idealen Wohnraum für einen Igel. Sie nimmt keinen Platz weg und lockt Igel förmlich an. In einem Carport, Gartenhäuschen oder ähnlichem, bietet die Palette dem Igel alles, was er sucht: Schutz vor Wetter, Hitze, Kälte, Trockenheit, und  Zugang zu jeder Zeit. Bieten Sie es an – die Igel werden kommen !

 

 

Wichtig sind Zugänge, ähnlich dem guten alten Katzenschlupfloch. Ein Schlupfloch von etwa 15 x 15 cm am Boden einer Schuppen- oder Garagentüre ist meist machbar und optisch vertretbar. Für uns ein kleiner Aufwand, für den Igel ein Tor zu einem neuen Lebensraum….

Schlupflöcher müssen ganzjährig offengehalten werden. In milden Wintern kann nicht ausgeschlossen werden, daß der Igel vorübergehend aufwacht und Nahrung und Wasser sucht.

 

 

 

Versuchen Sie es. Ihr Igel wird kommen.

 

 

 

 

 

 

 

Das Dritte, schon etwas schwieriger:

Räumen Sie den Garten nicht auf wie ein Museum.

 

Ein paar stille Ecken, die sich selbst überlassen sind… Laub unter der Hecke, das liegenbleiben darf …. eine Handvoll Fallobst, das liegenbleiben darf …  ein paar Sträucher, die nicht getrimmt werden und in Bodennähe ein schützendes Dickicht bilden … ein Holzstapel an der Hauswand, der zwei Handbreit von der Wand abgerückt ist und dahinter mit etwas trockenem Laub aufgefüllt wird, ein unsichtbares Igelparadies ….

Kleinigkeiten, die nicht stören. Und einen gewaltigen Unterschied machen – vom sterilen Ausstellungsgarten zum Lebensraum.

Garten ist Verantwortung.

Garten ist Lebensraum nicht nur für uns  – auch für unsere Mitgeschöpfe.

Nehmen wir es ernst.

 

 

 

 

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