Unser System

Wir benutzen zur Rehkitzsuche Drohnen des Herstellers DJI (Phantom 4 Pro), die Flugsoftware Ground Station Pro und Litchi, sowie die Wärmebildkameras FLIR VUE PRO 336 und FLIR VUE PRO 336 R.

Die vierrotorige Drohne Phantom 4 Pro wird in knapp 30m Höhe mit 3m/s Geschwindigkeit geflogen. In dieser Höhe und mit dieser Geschwindigkeit liefert uns das Wärmebild gestochen scharfe Wärmeobjekte, die noch groß genug sind und noch lange genug über den Wärmebildschirm wandern, um vom menschlichen Auge auch nach vielen Stunden ermüdender Suche noch sicher und zuverlässig erkannt zu werden. Das System würde eine Flughöhe von bis zu 50 m erlauben, und liefert auch dann noch gestochen scharfe Wärmepunkte. Diese sind allerdings aufgrund der Höhe dann so klein, daß wir von dem Risiko, sie aus menschlicher Ermüdung irgendwann doch zu übersehen, bisher Abstand nehmen.

Das System hat sich in intensiven Einsätzen bei wechselnden Wetterbedingungen als belastbar und zuverlässig erwiesen. Folgende Vorteile haben uns das System nun ein zweites Mal für das neue Suchteam Rosenheim/Samerberg/Prien erwerben lassen:

 

  • Die Drohne Phantom 4 Pro hat sich als stabil erwiesen, landet sehr sicher auch in unwegsamem Gelände, ist im schwachen Morgenlicht weithin sichtbar beleuchtet, und ausreichend windtolerant. Die Flugeigenschaften sind präzise und gutwillig; ein ausgezeichnetes Gerät für Arbeitseinsätze.
  • Die Flug-Softwares Ground Station Pro und Litchi erlauben ein Vorprogrammieren der Flugroute über den Wiesen. Eine präzise und sorgfältig vorprogrammierte Route stellt das lückenlose Absuchen der Fläche sicher, und ist zeitsparender als das freie Fliegen von Hand. Wir programmieren die Flächen am Vortag des Einsatzes am laptop oder iPad von Hand vor. Dabei kommt der von uns als optimal definierte Bahnenabstand von 15 m bei 27 m Flughöhe zum Einsatz, sowie ein minimaler, optimierter Sicherheitsabstand von Waldrändern und Hindernissen.Automatische Flugroutenprogrammierungen haben sich nicht bewährt. Die Software Litchi erlaubt zudem seit 2o2o das Setzen von Markern auf einer Flugroute. Das bedeutet, daß die Position eines gefundenen Rehkitzes während des Fluges auf dem Monitor markiert werden kann. Das kommt unserer Vorgehensweise entgegen, die Wiesen immer zuerst vollständig abzusuchen, und die Kitze erst in einem zweiten Schritt einzeln anzufliegen und zu bergen. Ein Hektar ist so in rund 10 min abgesucht.
  • Die Wärmebildkamera FLIR VUE PRO 336 gilt als eine hochauflösende Kamera. Sie liefert nach unserer Erfahrung bis zu einer Flughöhe von etwa 50 m gestochen scharfe Wärmepunkte. Erwachsene Tiere wie Rehe und Füchse sind in ihren Körperumrissen klar und deutlich unterscheidbar, zusammengerollte kleine Rehkitze sind als runde, große Punkte scharf zu sehen. Wärmebildkameras mit weniger Auflösung – sprich weniger Bildschärfe – sind für die Rehkitzsuche absolut nicht geeignet. Kameras mit höherer Auflösung werden oft empfohlen, bringen jedoch trotz deutlich höherer Kosten keine signifikanten Vorteile, da weder größere Flughöhen noch schärfere Bilder die Suche erleichtern. Der begrenzende Faktor ist, wie oben beschrieben, nicht zuletzt das menschliche Auge, das eine gewisse Bildpunktgröße und nicht zuviel Geschwindigkeit erfordert.

 

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