Igel in Not – was tun ?
IGELTELEFON 0174 75 35 001 (auch WhatsApp)
Am besten schickt Ihr uns eine WhatsApp – Nachricht mit Foto.
Ein Netzwerk aus eigenen Behandlungs- und Pflegestellen in der Region Rimsting-Wasserburg-Albaching erlaubt uns die Versorgung hunderter verletzter und kranker Igel jedes Jahr. Auch wenn oft alle Pflegestellen mit Igeln überbesetzt sind, bemühen wir uns um die Betreuung von Findern und um Weitervermittlung.
Auf jeden Fall eine Nachricht schicken – auch wenn ein Anruf grade nicht beantwortet werden kann.
Welche Igel brauchen konkret Hilfe ?
Tagaktive Tiere:
Ein gesunder Igel ist nachtaktiv. Wenn ein Igel tagsüber unterwegs ist, hat er meist ein gesundheitliches Problem. Beratung und Beurteilung der Situation ist in diesen Fällen notwendig. Bitte anrufen !
Verwaiste Jungtiere:
Tagsüber allein herumirrende Igelkinder sind meist Waisen einer verunglückten Mutter. Sie müssen von fachkundiger Hand aufgezogen werden. Bitte unbedingt nach Geschwistern suchen ! Ein Wurf besteht aus 4-7 Welpen.
Verletzte Tiere:
Schwere Verletzungen werden häufig durch Rasenmäher-Roboter verursacht, die unnötigerweise nachts fahren. Mit bis zu 30 Schnittverletzungen wird es auch für uns schwer, einem so verletzten Igel noch zu helfen. Manchmal gelingt es doch – bringt ihn ! Und bittet die Nachbarn, den Roboter unbedingt nur tagsüber fahren zu lassen.
Soforthilfe braucht außerdem jeder Igel, mit dem ein Hund oder eine Katze „gespielt“ hat. Insbesondere Katzenbisse sind hochinfektiös und können binnen Stunden zu Blutvergiftung führen. Oft sind die Bisse im Stachelkleid des eingerollten Igels kaum zu finden. Innere Verletzungen sind zudem gar nicht sichtbar, können jedoch zu gefährlichen Abszessen führen – zögert also nicht und bringt das Opfer schnellstens zu uns.
Im Herbst und Frühwinter werden viele Igel gefunden, die zu klein sind, um in den Winterschlaf zu gehen:
Was heißt denn „zu klein“?
Dazu drei Bilder. Der Igel auf dem ersten Foto ist ein gesunder erwachsener Igel, groß und dick genug für den Winterschlaf. Man erkennt die runde, ausgefüllte Form, ein dichtes Stachelkleid, glänzende Knopfaugen. Bei näherem Hinsehen würde man eine glatte hellgraue Haut und nur wenige Flöhe oder Zecken finden.
Dieser Igel braucht keine Hilfe.
Der Igel auf dem zweiten Bild ist „zu klein“. Er hat leicht in einer Hand Platz und wiegt weit unter 5oo Gramm, dem absoluten Grenzgewicht für einen jungen Igel im Spätherbst. Dieser Igel ist wahrscheinlich zu spät geboren. Er hatte also nicht genügend Zeit, groß zu werden, und zudem mit Parasiten zu kämpfen.

Dieser Jungigel braucht ab Anfang November Hilfe.
Der Igel auf dem dritten Bild ist größer als eine Hand, wirkt aber „geschrumpft“. Er ist bereits erwachsen, also mindestens aus dem Vorjahr, hat seine ursprüngliche Größe und sein Gewicht aber wieder verloren. Er hat jetzt wieder die Maße eines schwaches Jungtiers. Die Ursache sind meist extremer Parasitenbefall, oft verbunden mit Hautkrankheiten, die den Igel zusätzlich schwächen. Einen kranken, ausgezehrten erwachsenen Igel erkennt man daran, daß sich Schultern und Hüften abzeichnen, er eine deutliche Taille und einen dünnen Hals aufweist, sein Stachelkleid zu groß ist sowie auch die Füße, die meist überlange Nägel haben. Bei näherem Hinsehen würde man häufig viele krabbelnde Flöhe unter den Stacheln erkennen, eine weiß-schuppige oder grau-krustige Haut, und vielleicht auch schon kahle Stellen im Stachelkleid. Seine Augen sind eingesunken, wirken müde und glänzen nicht.

Dieser ausgehungerte Igel braucht zu jeder Jahreszeit Hilfe.

Hautpilzbefall und Stachelverlust am Igel
Wie versorge ich einen hilfsbedürftigen Igel ?
Igel brauchen fachkundige Behandlung und Pflege. Oft sind die Auffangstellen jedoch übervoll, und der Igel muß vorübergehend zuhause versorgt werden, bis eine Station das Tier untersuchen und behandeln kann. Manchmal kann eine Igelstation den Igel auch nur behandeln, während der Finder den Igel zuhause über einige Wochen beherbergt und versorgt. Hier eine Anleitung zur richtigen Unterbringung und Versorgung des Igels:
Leitfaden Igelpflege extern Feb 2o22
Diese Anleitung ersetzt NICHT die Untersuchung und Behandlung durch eine Igelstation; diese muß parallel erfolgen.
Wir – wie jede Igelstation – entflohen die Igel, bekämpfen Pilz und Milbenbefall der Haut, und nehmen Kotproben zur genauen Bestimmung des Wurmbefalls, der danach tierärztlich behandelt wird. Die Igel werden aufgefüttert und je nach Gewicht in einer kalten Scheune wettergeschützt in den Winterschlaf gelassen. Im Frühjahr nach dem Erwachen werden die Igel wieder etwas aufgefüttert, und in hartnäckigen oder schwierigen Fällen noch einmal gegen Parasiten behandelt.
Dann dürfen sie zurück in die Freiheit, bevorzugt an Plätze und in Gärten, wo ein umsichtiger Mensch oder eine Familie ihn weiter mit Futter, Wasser und einem Schlafplatz versorgt, und wo ein paar naturbelassene Ecken mit Laub, Büschen und Sträuchern den Igel willkommen heißen. Ihr fühlt Euch angesprochen ? Dann lest bitte auf der Seite „Igelfreundlicher Garten“ weiter ….
„Die Igelstationen sind voll, jetzt geh ich zum Tierarzt mit meinem Igel ! „
Tierärzte haben keine umfassende Ausbildung in der Behandlung von Wildtieren. Mit wenigen Ausnahmen, die sich wildtierspezifisches Wissen selbst erarbeitet haben, sind Tierarztpraxen meist nicht für die Untersuchung und Behandlung von Igeln ausgerüstet. Wichtiges Wissen, wie etwa die Verträglichkeit von Medikamenten und Narkosen, ist nicht vorhanden.
Bleibt also in der Not keine andere Möglichkeit, als den gefundenen Igel dem nahegelegenen Tierarzt zu bringen, dann bitte unbedingt folgendes Dokument mitnehmen:
